Was ist ein Trauma?

Wenn Menschen eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung erlebt haben, in der das eigene Leben in Gefahr war oder die eine ernste Verletzung zur Folge hatte, so spricht man von einem Trauma.

Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Verletzung oder Wunde. Diese kann seelischer oder körperlicher Natur sein. In einer traumatischen Situation erleben Menschen, dass die eigenen Möglichkeiten nicht ausreichen, um diese Situation zu bewältigen. Angst, Hilflosigkeit, und Entsetzen können erlebt werden. Traumatische Ereignisse können sein: Unfälle, Naturkatastrophen, Krieg, lebensbedrohliche Erkrankungen,  Vernachlässigung in der Kindheit, körperliche und sexualisierte Gewalt oder auch nahe Verlusterlebnisse.

Neurobiologische Notfallreaktion

In einer solchen lebensbedrohlichen Situation  wird blitzschnell und reflexhaft ein biologisches Notfallsystem aktiviert, dass es bei allen Lebewesen gibt, um das Überleben zu sichern.
Dieses Notfallsystem wird von einem phylogenetisch alten Teil des Gehirns gesteuert.  Auf dieses hat das bewusste Erleben keinen Einfluss, weil ansonsten die Reaktion zu lange dauern würde. Der Organismus wird mit Stresshormonen wie Adrenalin und Opiaten überflutet, um in dieser Situation fliehen oder kämpfen zu können. Auch wird das Schmerzempfinden in diesem Moment unterdrückt.

Dissoziation und Traumageschehen

Die Aktivierung dieses Notfallsystems wird auch peritraumatische Dissoziation genannt. Das Bewusstsein wird fokussiert auf die Notfallsituation, alles andere ist ausgeblendet.
Logische Gedanken, eine Wahrnehmung von Zeit und Raum existieren in diesem Moment nicht. Wenn Kampf oder Flucht nicht nützen um der bedrohlichen Situation zu entkommen, kann es zu einem Schockzustand kommen. Das kann bedeuten, dass man zwar alles hört und sieht, aber bewegungs- und handlungsunfähig ist. Und am Ende der Notfallkette kann stehen auf zu geben und sich der Situation zu unterwerfen.